Reinwasserschneiden vs. Abrasivschneiden – zwei Verfahren, ein Prinzip

Beim Wasserstrahlschneiden kommen zwei unterschiedliche Methoden zum Einsatz: Reinwasserschneiden und Abrasivschneiden. 
Beide nutzen Wasser, das unter extrem hohem Druck durch eine feine Düse austritt. Doch ihr Einsatzgebiet und ihre Wirkung unterscheiden sich deutlich. 

Reinwasserschneiden – präzise und materialschonend

Beim Reinwasserschneiden wird ausschließlich Wasser verwendet. Der hochdruckbasierte Strahl eignet sich besonders für weiche, flexible oder empfindliche Materialien, bei denen ein sauberer, feiner Schnitt entscheidend ist.


Typische Materialien:

  • Gummi
  • Schaumstoffe
  • Folien
  • Dichtungsmaterial
  • Lebensmittel
  • dünne Kunststoffe


Vorteile:

  • Kein thermischer Einfluss
  • Sehr feine Schnittfugen
  • Hohe Schnittgeschwindigkeit
  • Keine Zusatzstoffe notwendig


Das Verfahren ist ideal, wenn leichte Materialien schnell, präzise und ohne Beschädigung getrennt werden sollen.



Abrasivschneiden – kraftvoll und vielseitig

Beim Abrasivschneiden wird dem Wasserstrahl ein schleifendes Granulat (Abrasivmittel) beigemischt – meist Granatsand. Dadurch entsteht ein deutlich stärkerer, materiendurchdringender Schneidstrahl.


Typische Materialien:

  • Stahl, Edelstahl, Aluminium
  • Stein, Keramik
  • Glas
  • Verbundstoffe (z. B. CFK, GFK)
  • dicke oder harte Kunststoffe


Vorteile:

  • Schneidet harte und dicke Materialien zuverlässig
  • Saubere Kanten ohne Hitzeeintrag
  • Hohe Präzision auch bei komplexen Konturen
  • Minimaler Materialverlust durch schmale Schnittfuge


Diese Methode ist die erste Wahl für anspruchsvolle industrielle Anwendungen, bei denen Materialstärke und -härte höchste Anforderungen stellen.